Kurz erklärt

Kratzen lindert Juckreiz oft sofort, aber nur kurz. Wird dabei die Haut verletzt, kann anschließend noch mehr Juckreiz entstehen.

Warum passiert das?

Juckreiz wird über spezialisierte sensorische Wege von der Haut zum Rückenmark und Gehirn geleitet. Kratzen aktiviert unter anderem schmerzleitende Fasern und hemmende Prozesse, die Juckreizsignale vorübergehend abschwächen können. Hautschädigung und Entzündung fördern dagegen neue Juckreize, wodurch ein sich verstärkender Kreislauf entstehen kann.

Häufigkeit

Der Drang zu kratzen und die vorübergehende Linderung gehören zu verbreiteten Juckreizerfahrungen. Häufiger chronischer Juckreiz ist eine andere Frage als die normale Reaktion selbst.

Die Häufigkeit ist eine qualitative Einordnung, keine individuelle Wahrscheinlichkeit.

Ist das normal?

Kurzer Juckreiz ist verbreitet; kräftiges Kratzen ist keine dauerhaft günstige Lösung.

Wann abklären?

Länger anhaltenden, ausgedehnten oder schlafstörenden Juckreiz sowie entzündete oder verletzte Haut ärztlich beurteilen lassen.

Kennst du das auch?

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Quellen (2)
  1. Relief of itch by scratching: state-dependent inhibition of primate spinothalamic tract neurons (öffnet einen neuen Tab)

    Kratzen hemmt unter bestimmten Bedingungen juckreizbezogene Aktivität in aufsteigenden Rückenmarksneuronen; experimentelle Evidenz aus Primaten.

    Autor / Institution
    Steve Davidson; Xijing Zhang; Sergey G Khasabov; Donald A Simone; Glenn J Giesler, Jr
    Jahr
    2009
    Publikation
    Nature neuroscience
    DOI
    10.1038/nn.2292
  2. Frontiers in pruritus research: scratching the brain for more effective itch therapy (öffnet einen neuen Tab)

    Bespricht Juckreizbahnen, Hemmung durch Kratzen und den Juckreiz-Kratz-Kreislauf.

    Autor / Institution
    Ralf Paus; Martin Schmelz; Tamás Bíró; Martin Steinhoff
    Jahr
    2006
    Publikation
    Journal of Clinical Investigation
    DOI
    10.1172/JCI28553

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